Fütterung

Die Ernährung der Wildtiere im Gehege hat ganz wesentlichen Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit der Farmwildhaltung, die Gesundheit der Tiere, ihre Reproduktionsrate, das Gewicht der Kälber und vieles mehr. Die Fütterungskosten betragen 70 bis 80 % der variablen Kosten des Geheges und sind somit der entscheidende Faktor für den Erfolg der Farmwildhaltung. Das Gras von der Wiede ist das billigste Futter und daher ist auf besondere Weidewirtschaft vorrangig zu achten. Gleichzeitig ist die Beifütterung so zu gestalten, dass die Tiere eine bedarfs- und wiederkäuergerechte Futterration unter Berücksichtigung der Leistungsstadien und der physiologischen Veränderungen in einzelnen Jahreszeiten erhalten, um eine gute Fleischleistung bei bester Gesundheit der Tiere zu erreichen. (DI Ionel Constantin 2017)

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Farmwild bei Fütterung auf Weide

Fütterung vom Gehegewild im Herbst

Als Voraussetzung für eine optimierte Überwinterung wird auch beim Gehegewild auf eine gute Kondition zu Beginn des Winters, vergleichbar mit den in der Natur lebenden Tieren, geachtet.

In der freien Wildbahn kann das Schalenwild durch eine selektive Äsung über das ganze Jahr den Bedarf für die Erhaltung der Lebensfunktionen, für Leistungen (Bewegung, Wachstum, Milchbildung, Fruchtbarkeit, Geweihbildung, Haarwechsel) oder Anlage von Fettreserven (Feist) decken. Bei der Gehegehaltung ist das Wild bei der Reduzierung der Weideleistung auf die Zufütterung zur Deckung des Bedarfes angewiesen.

Beifütterung der Kälber im Herbst

Nach einer ersten Säugeperiode (ca. 6 Wochen) beginnen die Kälber mit einer zusätzlichen Aufnahme von pflanzlicher Nahrung. Bis zum Beginn des Winters müssen die Damwildkälber Gewichte von 25-30 kg und die Rotwildkälber 40-50 kg erreichen, damit sie gut über den Winter kommen. Da die tägliche Zunahme der Kälber im ersten Jahr nach der Geburt am höchsten ist, lohnt es sich, ab Mitte August mit der Beifütterung der Kälber zu beginnen. Ziel der Beifütterung ist die ausreichende Versorgung der Kälber, da die Milchleistung der Muttertiere bei immer geringer werdendem Weideaufwuchs nachlässt. Durch die Beifütterung wird die Wachstumskapazität der Kälber ausgeschöpft, sie erreichen hohe Herbstgewichte und der Weideaufwuchs reicht für die Alttiere und für die Jährlinge bis in den Spätherbst.

Die Kälberversorgung mit Getreidemischungen, eventuell mit beigemischten Melasseschnitzel, Kraftfutter für Schafe, Wildfutter (250-300 g / Tier / Tag beim Damwild und 300-350 g/Tier/Tag beim Rotwild) erfolgt am besten im Kälberschlupf, der in der Nähe der Fütterungen für die Muttertiere oder in der Mitte des Geheges platziert werden soll.

Beifütterung der Muttertiere im Herbst

Bei vermindertem Futterangebot auf der Weide oder bei einem zu hohen Tierbesatz ist auch die Beifütterung der Alt- und Schmaltiere vorteilhaft.

  • Die Schmaltiere entwickeln sich gut und nehmen an der ersten Brunft teil
  • Die Nährstoffversorgung ist besser
  • Die Körpersubstanz wird erhalten und für den Winter wird Feist angelegt
  • Bei den Alttieren ist die Säugeleistung besser und länger
  • Die Fruchtbarkeit erhöht sich
  • Der Parasitendruck ist reduziert

Die Zufütterung der Tiere erfolgt unter Berücksichtigung der Weideleistung. Damwild wird entweder mit 300-350 g/Tier/Tag Getreidemischungen, Kraftfutter für Schafe, Wildfutter (bei noch ausreichendem Weidegras) oder mit 1 kg Heu und 200-250 g Getreidemischungen, Kraftfutter für Schafe, Wildfutter (bei minimalem Angebot an Weidegras) und Rotwild entweder mit 350-400 g/Tier/Tag Getreidemischungen, Kraftfutter für Schafe, Wildfutter oder mit 1,2 kg Heu und 250-300 g Getreidemischungen, Kraftfutter für Schafe, Wildfutter zugefüttert.

Wildfütterung im Winter

Wachstumsstillstand im Winter

Wenn die Weideleistung nachlässt, die Tage kürzer werden, die Lichtintensität und die Außentemperaturen sinken, tritt beim Gehegewild eine starke Verminderung des Fleischzuwachses bis hin zum Wachstumsstillstand ein, dessen Regulation über körpereigene Hormone (Prolaktin, Testosteron, Oestradiol und Thyroxin) erfolgt. Die Änderung der Hormonsekretion und des Wachstums führt zu einer verminderten Futteraufnahme, ist mit einer Reduktion der Bewegungsaktivitäten verbunden, und selbst tragende Tiere investieren im Winter nur sehr begrenzte Nährstoffmengen in das Wachstum der Föten.

Durch die Veränderung der Stoffwechselvorgänge wird die Körpertemperatur gesenkt (verborgener Winterschlaf) und die Herzschlagrate bis 35-40 Schläge/Minute reduziert. Im Pansen werden weniger flüchtige Fettsäuren gebildet und die Pansenwand passt sich innerhalb einiger Wochen durch eine Rückbildung der Pansenzotten daran an.

Die Pansenzotten dienen der Oberflächenvergrößerung und führen zu einer Erleichterung der Resorption von flüchtigen Fettsäuren. Entsprechend der ernährungsbedingt geringen Bildung flüchtiger Fettsäuren im Winter ist die Oberfläche des Pansens dann auf nur 35 % des sommerlichen Wertes reduziert. Überhöhte Kraftfuttergaben im Winter führen dann besonders leicht zu einer Übersäuerung, da die Fettsäureresorption von der Oberfläche entscheidend abhängt. Diese Übersäuerung ist Ausdruck einer schnellen Bildung großer Mengen flüchtiger Fettsäuren aus den Kohlenhydraten des Kraftfutters. Sinkt der pH-Wert unter 5, ist das Puffersystem des Speichels erschöpft, die meisten Pansenbakterien sterben ab und die milchsäurebildenden Laktobazillen dominieren. Als Folge wird das Pansenepithel geschädigt, es kommt zu Blutungen in den Pansen und einer großflächigen Ablösung des Pansenepithels. Das nachfolgende Eindringen von Bakterien und giftigen Stoffwechselprodukten in die Blutbahn kann tödlich sein oder führt zu langanhaltendem Kümmern des Tieres.

Durch die starke Verminderung des Fleischzuwachses und des Wachstums reduziert sich der Eiweißbedarf auf etwa die Hälfte des Sommerniveaus. Im Folgenden sehen sie die Tabellen für die Futterrationen für Damwild und Rotwild für Spätherbst und Winter, Rationsbeispiele, Nährstoffbedarf der Tiere, Beifütterung des Gehegewildes im Frühjahr, Energie- und Eiweissversorgung, Mineralsoff- und Vitaminversorgung sowie über die Weidewirtschaft mit Gehegewild, Futterproduktion und Futterzuwachs, Nutzungsmanagement, Besatzstärke u.v.m. im Beitrag von Herrn Dipl.agr. Ionel Constantin:

 Fütterungsstrategien in der Gehegewildhaltung

Futtermittel in der Gehegewildhaltung

Weide

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Das beste und kostengünstigste Futter ist die Weide! Fehlen bereits in der Weide wichtige Nährstoffe, so sind diese nur mit erhöhtem und teurem Aufwand über Zusatzfutter wieder auszugleichen.

Machen Sie von Zeit zu Zeit Bodenuntersuchungen und lassen Sie Futterproben untersuchen! Bringen Sie Ihre Weide und Futterwiesen wieder ins optimale Gleichgewicht. Säen sie laufend die für Ihren Standort geeigneten Gräser und Futterpflanzen nach!

Erfahren Sie mehr über die Weideumstellung auf klimaresiliente Gräser und Kleearten in Gehegen für Dürrezeiten

Heu

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Ist die überwiegend verwendete Futterkomponente und kann beim Damwild mit 1,2-1,5 kg und beim Rotwild mit 1,7-2,7 kg je Tier und Tag bei Außentemperaturen bis +5°C als Alleinfutter zur Deckung des Energie- und Eiweißbedarfes eingesetzt werden.

Dam- und Rotwild (besonders Damwild) sind Feinschmecker und bevorzugen feines, blattreiches Heu. Es darf nur einwandfreies Heu gefüttert werden. Verschimmeltes oder nassgewordenes Heu hat in der Wildfütterung nichts zu suchen (Aflatoxin-Vergiftung, Listeriose).

Stroh

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Wird im Vergleich mit Heu meist ungern und nur in geringen Mengen vom Gehegewild aufgenommen. Stroh wird grundsätzlich als Strukturausgleich zu anderen Futterkomponenten gefüttert und fördert die Wiederkäuertätigkeit.

Bei der Fütterung von Maissilage und Hackfrüchten (Futterrüben, Zuckerrüben, rote Rüben, Stoppelrüben, Möhren, Kartoffel) kann beim Dam- und Rotwild mit 0,5-0,7 kg Stroh je Tier und Tag der Rohfaserbedarf ausgeglichen werden.

Grassilage

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Grassilage wird grundsätzlich als Rohfaser- und Eiweißträger in der Grundfutterration eingesetzt und eignet sich recht gut als Futter für Gehegewild, wenn alle wesentlichen Kriterien für einen guten Silierprozess erfüllt werden.

In Betrieben mit einem großen Gehegewildbestand oder mit weiteren Wiederkäuern kann die Silierung des Grases im Fahrsilo oder auf einer Betonfläche erfolgen. Wichtig ist, dass die täglich verbrauchte Grassilage Menge ausreichend ist (30-40 cm des Futterstockes), um Nachgärungen und Schimmelbildung zu vermeiden (Aflatoxin-Vergiftung, Listeriose). Für kleinere Gehegewildbestände ist es empfehlenswert, das Gras in Wickelballen zu silieren. Die Größe der Ballen muss dem Bestand angepasst werden, so dass ein Ballen innerhalb einer Woche verfüttert wird. Zur Deckung des Rohfaser- und Eiweißbedarfes können beim Damwild 2,0-2,5 kg und beim Rotwild 3,0-4,0 kg Grassilage je Tier und Tag gefüttert werden. Zum Ausgleich des Energiebedarfes werden beim Damwild 0,3-0,5 kg und beim Rotwild 0,5-0,7 kg Getreide, Getreidemischungen, Trockenschnitzel oder Kraftfutter (Kupfergehalt max. 20 mg/kg TS) je Tier und Tag eingesetzt.

Maissilage

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Maissilage wird in der Gehegewildfütterung als Rohfaserträger und Energieträger in die Grundfutterration eingesetzt. Die Qualitätsanforderungen bei der Fütterung von Maissilage

sind dieselben wie bei der Grassilagefütterung. Für Betriebe mit kleinen Gehegewildbeständen lohnt es sich nicht Maissilage zu produzieren, da bei kleiner täglicher Entnahme die Gefahr der Nachgärung und Schimmelbildung besteht. Mit 2,0-2,5 kg beim Damwild und 3,5-4,0 kg Maissilage beim Rotwild je Tier und Tag ist der Energiebedarf gedeckt. Zur Deckung des Rohfasergehalts in der Futterration ist die Ergänzung mit 0,5 kg Heu je Tier und Tag empfehlenswert. Der Eiweißausgleich erfolgt über andere Futterkomponente (z. B. Getreide und Melasseschnitzel 0,3-0,7 kg je Tier und Tag).

 

Saftfuttermittel

Zu dieser Futtergruppe gehören wirtschaftseigene Hackfrüchte (Futterrüben, Gehaltsrüben, Steckrüben, Stoppelrüben, Möhren, rote Rüben und Kartoffeln) und Nebenprodukte aus industrieller Verarbeitung (Pressschnitzel, Biertreber, Apfleltrester).

Hackfrüchte

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Kartoffeln, Zuckerrüben, rote Rüben und Möhren werden in der Regel zum Verkauf angebaut. Sie können aber auch verfüttert werden. Die übrigen wirtschaftseigenen Hackfrüchte (Futterrüben, Gehaltsrüben, Stoppelrüben, Steckrüben) dienen nur als Futter.

Sie besitzen alle einen hohen Wassergehalt und damit eine relativ geringe Nährstoffkonzentration. Ihre Lagerfähigkeit ist zeitlich begrenzt und sie müssen, wenn nicht gleich nach der Ernte eine Verfütterung erfolgt, eingelagert oder mit anderen Futtermitteln (Mais- oder Grassilage) siliert werden. Der Anteil dieser Futtermittel in der Futterration kann bis 0,6 – 0,7 Kg/TM/Tag betragen. Bei der Verfütterung ist weiterhin zu beachten, dass sie in Kombination mit strukturiertem Grobfutter (Heu, Stroh, Grassilage) angeboten werden sollen, um eine Wiederkautätigkeit zu gewährleisten.

Kartoffeln

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Frische und eingelagerte Kartoffeln (bei +5°C-0°C) haben einen Trockenmassegehalt (TM) von ca. 22% und können in der Gehegewildhaltung als Energieträger verfüttert werden.

Grüne, gekeimte oder verdorbene Kartoffeln dürfen nicht verfüttert werden (Vergiftungen durch Solanin, Durchfall, Ekzeme etc.)! Zerkleinerte Kartoffeln werden besser gefressen als ganze Knollen. Je Tier und Tag können beim Damwild bis 2 kg und beim Rotwild bis 3 kg Kartoffeln gefüttert werden. Der Rohfaserausgleich in der Futterration je Tier und Tag erfolgt über Heu (0,5-1,0 kg beim Damwild, 1,0 -1,5 kg beim Rotwild), Grassilage (1,2-2,5 kg beim Damwild, 2,5-3,5 kg beim Rotwild) oder Stroh (0,4-0,7 kg beim Damwild, 0,7-1,0 kg beim Rotwild) und der Energie- bzw. der Eiweißausgleich über Getreide oder Getreidemischungen (Gerste, Weizen, Hafer) und Trockenschnitzel (0,3-0,5 kg beim Damwild, 0,5-0,7 kg beim Rotwild).

Möhren

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Möhren werden vom Gehegewild gern gefressen und können ganz oder zerkleinert verfüttert werden. Keine verdorbenen oder eingefrorenen Möhren füttern!

Sie sind ein diätetisches Futter, sehr schmackhaft und fördern somit die Grobfutteraufnahme. Je Tier und Tag können beim Damwild bis 3 kg und beim Rotwild bis 5 kg Möhren gefüttert werden. Rohfaser-, Energie- und Eiweißausgleich der Futterration erfolgt wie bei der Kartoffelfütterung.

Rote Rüben (rote Beete)

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Haben dieselben Eigenschaften und können in den gleichen Mengen wie Möhren verfüttert werden.

Der Ausgleich der Futterration erfolgt wie bei der Fütterung von Kartoffeln und Möhren.

Zuckerrüben

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Zuckerrüben werden vom Gehegewild gern aufgenommen. Sie sind zucker- und energiereich aber strukturarm. Bei der Fütterung von Zuckerrüben ist Vorsicht geboten,

weil aufgrund des Zuckergehaltes (647g/kg TM) die Aufnahme von großen Mengen eine schnelle und starke Übersäuerung im Pansen (Pansenazidose) verursacht. Um dies zu vermeiden und damit die Pansenbakterien sich vermehren und den Zucker verwerten können, muss mit der Fütterung von Zuckerrüben in kleinen Mengen über ca. 2 Wochen angefangen werden. Am besten bekommt das Gehegewild am Anfang nur ganze Rüben (eine Rübe für 2 Tiere in der ersten Woche und eine Rübe pro Tier in der zweiten Woche). „Wenn die Tiere fressen wollen, müssen sie arbeiten.“ Ab der zweiten Woche können die Zuckerrüben auch zerkleinert (gehäckselt) angeboten werden. Die Lagerung von Zuckerrüben ist nicht einfach, weil beim Roden die Köpfe abgeschnitten werden. Keine verdorbenen, verschimmelten oder eingefrorenen Rüben füttern! Eine gute Alternative ist die Silierung in Kombination mit angewelktem Gras ober Silomais im Verhältnis 1:3. Je Tier und Tag soll die Fütterung von Zuckerrüben beim Damwild auf 2,0 kg und beim Rotwild auf 3,0 kg begrenzt werden. Rohfaser-, Energie- und Eiweißausgleich der Futterration erfolgt wie bei der Kartoffel- und Möhrenfütterung. Beim Eiweißausgleich ist Weizen besser als andere Getreidearten, weil der Weizen einen höheren Eiweißgehalt hat. Alternativ kann der Eiweißgehalt in der Futterration über 0,2-0,3 kg Sojaextraktionsschrot (44 % Rohprotein) erfolgen.

Futterrüben (Burgunder Rüben)

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Sind energiereich, strukturarm und eignen sich gut als eiweißarmes Ausgleichsfutter in der Gehegewildhaltung. Der Zuckergehalt ist aber um ca. 100g/kg TS niedriger als bei den Zuckerrüben.

Futterrüben sind sehr schmackhaft, haben eine diätetische Wirkung und fördern somit die Grobfutteraufnahme. Bei Erträgen von 700-1.000 dt/ha (100-140 dt TM/ha) sind die Produktionskosten sehr hoch und die Futterrüben werden heute nur selten angebaut. Die Lagerung ist, wie bei den Zuckerüben, problematisch, deswegen auch für Futterüben die Möglichkeit der Silierung mit anderen Futtermitteln (Gras, Silomais). In der Futterration können Futterrüben bis 0,7 kg TM/ Tag (5,0 kg Frischmasse/Tag) verfüttert werden. Empfohlen werden wie bei Zuckerrüben 2,0 kg beim Damwild und 3,0 kg beim Rotwild je Tier und Tag. Rohfaser-, Energie- und Eiweißausgleich in der Futterration erfolgt wie bei der Zuckerrübenfütterung.

Pressschnitzel

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Als Nebenprodukt aus der Zuckerrübenverarbeitung werden die Pressschnitzel mit einem Trockensubstanzgehalt von 20 – 24% vertrieben.

Sie haben eine geringe Haltbarkeit (2-3 Tage), unterliegen schnell einer Gärung und Schimmelbildung und müssen siliert werden. In der Futterration werden sie als Energieträger mit einem Anteil von 0,7- 0,8 kgTM/Tag eingesetzt.

Biertreber

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Fällt als Nebenprodukt in Brauereien an. Frische Biertreber sind nur 3-4 Tage ohne Nachteile zu lagern. Ist eine kontinuierliche Lieferung nicht möglich, so ist das Silieren notwendig.

Als eiweißreiches Futter wird Biertreber zum Ausgleich energiereicher Futterrationen (Maissilage, Hackfrüchte, Pressschnitzel) mit einem Anteil von bis zu 0,9 kgTM/Tag eingesetzt.

Apfeltrester

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Obst (Fallobst, Sortierobst) und Nebenprodukte aus der Obstverarbeitung dürfen nur in geringen Mengen (0,2-0,3 kgTM/Tag) zugefüttert werden.

Sie führen durch ihren hohen Gehalt an leicht vergärbaren Kohlenhydraten zu einer schnellen und starken Pansenübersäuerung.

 

Kraftfuttermittel

Als Einzelfuttermittel oder als Mischfutter des Handels wird das Kraftfutter zur Deckung des Energie- und Eiweißbedarfes für die Erhaltung und Leistung verfüttert. Neben den Mischfuttermitteln spielen das Getreide (Mais, Weizen, Gerste, Hafer) und Nebenerzeugnisse, die bei der Nahrungsmittelproduktion anfallen (Melasseschnitzel, Soja-, Rapsschrot) eine große Rolle.

Getreide

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Alle Getreidearten können in der Gehegewildhaltung zur Deckung des Energiebedarfes verfüttert werden. Sie haben eine hohe Verdaulichkeit und aufgrund des hohen Trockensubstanzgehaltes (86-88 %) sind sie lange lagerfähig. Von der Getreidearten fressen Dam- und Rotwild am liebsten

Körnermais. Weizen, Gerste und Hafer folgen in der Beliebtheit der Aufnahme. Am besten nimmt Gehegewild ganze Körner auf, aber zur Verbesserung der Verdaulichkeit sollten die Körner gequetscht werden. Gemahlenes Getreide wird vom Gehegewild wegen des Staubanteils nicht gern gefressen. Die Mischung mit Silagen, Saftfutter oder eingeweichten Melasseschnitzel (Trockenschnitzel) verbessert die Aufnahme. Um Verdauungsstörungen (Pansenübersäuerung) zu vermeiden, soll bei der Getreidefütterung mit kleinen Mengen (150 g/Tier/Tag) angefangen werden. Alle 3 Tage kann die Getreidegabe um 50-100 g/Tier/Tag bis auf eine Höchstmenge von 500-700 g/Tier/Tag erhöht werden. Auswuchsgetreide oder zu feucht gelagertes Getreide darf in der Gehegewildhaltung nicht verfüttert werden (Aflatoxin-Vergiftung).

Brot

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Wie bei Getreide ist auf die richtige Menge zu achten. Zu große Mengen an Brot können zur Pansenübersäuerung führen! Es darf ausschließlich nur einwandfreies, geschnittenes und gut getrocknetes Brot gefüttert werden – auf keinen Fall schimmliges oder sonst verdorbenes Brot. Auch bei kleinstem Schimmelbefall ist das gesamte Brot nicht mehr geeignet!

Brot hat gegenüber reinem Getreide den Nachteil, dass in Bäckereien oft Stabilisatoren und andere Zusätze verwendet werden, die ein Bakterienwachstum verhindern und somit die Haltbarkeit des Brotes verlängern sollen. Gerade diese verhindern aber auch das gewünschte Bakterienwachstum im Pansen! Aus dieser Sicht ist Brot daher nur bedingt als Zufutter geeignet.

Soja- und Rapsschrot

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Als Eiweißträger können diese Futtermittel zum Ausgleich energiereicher Futterrationen oder zur Deckung des erhöhten Eiweißbedarfes im Frühjahr (Entwicklung des Fötus, Wachstum des Haares und des Geweihes, sowie das Wachstum der Jungtiere) beigefüttert werden.

Zum Ausgleich des Eiweißbedarfes wird Sojaschrot mit Mengen von 0,2-0,3 kg/Tier/Tag und Rapsschrot 0,25-0,4 kg/Tier/Tag eingesetzt. Rapsschrot enthält Glucosinolate (auch Rapsschrot aus 00-Raps), die die Futteraufnahme und die Leistung beeinträchtigen können und die Funktion der Schilddrüse hemmen. Es sollen deshalb nicht mehr als 15 mmol Glucosinolate/kg Frischmasse (FM) enthalten sein.

Melasseschnitzel

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Trockenschnitzel bzw. melassierte Trockenschnitzel werden ausschließlich zum Energieausgleich der Futterration eingesetzt und werden gerne gefressen. Sie sind bei trockener Lagerung lange haltbar und verlieren nicht an Nährstoffen.

Trockenschnitzel mit 6mm Palettierung können in trockener Form gefüttert werden. Bei einer Palettierung von 10mm sollen sie zur Verbesserung der Verdaulichkeit und der Futteraufnahme eingeweicht werden. Mischungen aus Trockenschnitzel und Getreide (auch in feuchter Form) werden von Gehegewild besonders gut aufgenommen und können zum Energieausgleich grasreicher Futterrationen verwendet werden. Trockenschnitzel können, wie Getreide, in den gleichen Mengen zum Energieausgleich in der Futterration eingesetzt werden.

Mischfutter

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Neben den Einzelfuttermitteln können in der Gehegewildhaltung verschiedene industriell hergestellte Mischfutter beigefüttert werden. Sie erhalten allgemein neben Getreide, Eiweißträgern und Nebenprodukten aus industrieller Verarbeitung auch

ausgewogene Mengen an Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen, so dass der Bedarf an allen Nährstoffen mit einem solchen Produkt gedeckt werden kann. Die Beifütterung an Mischfutter muss entsprechend des Bedarfes erfolgen und soll nach Möglichkeit in zwei Tagesgaben erfolgen. Bei der Wahl des Mischfutters ist darauf zu achten, dass der Kupfergehalt unter 20 mg/kg TM liegt, da Gehegewild (besonders Damwild) kupferempfindlich ist. Der Einsatz von Schaffutter oder speziell für Wild hergestelltes Kraftfutter in der Gehegewildfütterung hat sich durchgesetzt, weil in diesem Mischfutter der o. g. Kupfergehalt gemäß Futtermittelverordnung eingehalten werden muss.

Kastanien und Eicheln

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Obwohl sie große Mengen an Gerbsäure enthalten, werden sie vom Gehegewild gerne aufgenommen. Mit einem Gehalt an Kohlenhydraten von

ca. 75 % in der Trockenmasse (TM)(Rosskastanien 78%/kg TM, Eicheln 73 %/ kg TM) gehören Rosskastanien und Eicheln zu den Energielieferanten. Der Eiweißgehalt ist niedrig (Rosskastanien 7,8%/kg TM, Eicheln 6,3%/kg TM) aber der Zuckergehalt ist deutlich höher als beim Getreide. Die Verdaulichkeit der Kohlenhydrate ist mit ca. 90%  sehr hoch. Durch den hohen Anteil an Kohlehydraten, bei gleichzeitig geringem Wassergehalt, sind die Früchte leicht verderblich, vertrocknen schnell und werden schnell von Schimmelpilzen und Insekten befallen.Da sie von Pilzen schnell befallen werden, können sie mit Viehsalz konserviert, in geschlossenen Behältern länger gelagert werden (3%-e Salzlacke). In der Fütterung von Gehegewild kann bis 1 kg/Tier/Tag eingesetzt werden.

Mineralfutter

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Der Bedarf an Mineralstoffen ist beim Gehegewild von Wachstum, Milchproduktion, Haarwechsel und Geweihbildung abhängig und kann schwanken. Bei optimalem Grassaufwuchs

und Düngung im Gehege ist die Versorgung der Tiere weitgehend gewährleistet. Zur Deckung eventueller Mineralstoffdefizite empfiehlt sich, für Gehegewild Leckschalen zu befestigen oder Lecksteine für Schafe mit einem niedrigen Kupfer- und Jodgehalt. Der Vorteil des Angebotes als Leckmasse besteht in der laufenden Verfügbarkeit entsprechend dem Bedarf der Tiere. Eine überhöhte Aufnahme mit gegebenenfalls toxischen Wirkungen bleibt ausgeschlossen, da immer nur wenige Gramm der festen Masse geleckt werden können.