Bundestagung der österreichischen Wildtierhalter in Tirol – Jürgen Laben „Ehrenobmann“
Von 10. bis 12. April fand im Parkhotel in Matrei am Brenner die Bundestagung der österreichischen Wildtierhalter statt, wo sich Obmann Jürgen Laben über eine sehr große Besucheranzahl mit 80 Teilnehmern aus Österreich, Deutschland und der Schweiz freute. Besonders erfreulich war die große Anzahl an internationalen Ehrengästen. Im Rahmen der Wildtierhaltertagung fanden auch interessante Referate statt. Im ersten skizierte der stv. Veterinärdirektor Hubertus Koutny die aktuelle Seuchensituation und Veterinärthemen. Besonders die Seuchenlage mit Blauzunge, TBC, MKS und LSD stellt eine große Herausforderung dar. Sie benötigt eine große Aufmerksam im Sinne des Schutzes der Tierbestände und ist auch ein wichtiges Gut in der Vermarktung.
Die bekannte Journalistin, Moderatorin und Expertin für PR/Social Media Sabine Kronberger referierte zum Thema „Die Marke bin ich – ein Ansatz für Sichtbarkeit und Wirkung“. Gerade die Entwicklungen im digitalen Zeitalter verlangt eine Präsenz in den sozialen Medien. Dazu merkte sie an, dass jede Tätigkeit – egal ob mit positiver oder auch negativer Resonanz – nie eine Einzelaktion ist, sondern immer auf den gesamten Berufstand abfärbt. Umso wichtiger ist es, mit positiven Beiträgen Werbung für die Branche zu machen.
Obmann Jürgen Laben erklärte in seiner Zukunftsvision der österreichischen Wildhaltung, dass immer mehr Konsumenten einen größeren Wert auf gesunde Lebensmittel und Stärkung der regionale Kreislaufwirtschaft legen. „Weniger Fleisch, dafür aber in hoher Qualität“, lautet auch immer mehr das Motto. Die landwirtschaftliche Wildtierhaltung entspricht diesem Trend, indem sie qualitativ hochwertiges Wildfleisch produziert. Ein besonderes Anliegen ist dabei für Laban jedoch, dass man Wildfleisch nicht unter dem Wert verkauft. Durch ein zu niedriges Preisniveau fügt man der gesamten Branche Schaden zu. Eine sehr schwierige Situation hat sich mit der EU-Entscheidung ergeben mit der Einstufung des Sikawildes als invasive Art. Dazu laufen aktuell sehr intensive Gespräche auf höchster Ebene, um dieses Katastrophenszenario für die Sikawildhalter noch abwenden zu können.
Im Rahmen der Wildtierhaltertagung fanden auch die Neuwahlen statt. Da der bisherige Obmann Jürgen Laben nicht mehr kandidierte wurde Dipl.-Ing. Hans-Peter Pfeffer aus Mondsee zu seinem Nachfolger gewählt. Gemeinsam mit seiner Familie betreibt er einen Damhirsch-Zuchtbetrieb in Tiefgraben am Mondsee auf 3 ha Fläche. Eine besondere Auszeichnung wurde Jürgen Laban verliehen mit der Ernennung zum „Ehrenobmann“. 13 Jahre leitete er die Geschicke des Bundesverbandes. In seiner Obmannschaft fand eine starke wirtschaftliche Stärkung des Verbandes statt. Eine große Herausforderung war die Umsetzung des vom Bundesministerium über drei Jahre geförderten Projektes zur Stärkung der österreichischen landwirtschaftlichen Wildhaltung und -fleischproduktion. Ergänzend dazu wurde die Marke „Wildfleisch vom Bauern“ mit einheitlichem Logo geschaffen und die Internetplattform www.wildhaltung.at. Laben hat auch ein großes internationales Netzwerk aufgebaut. Unter anderem war er mehrere Jahre Präsident der FEDFA (Federation of European Deer Farmers Association) mit Sitz in Prag. Im heimatlichen Semriach bewirtschaftet er seinen Betrieb mit 14 ha Gehegefläche seit 35 Jahren.
Im Anschluss an die Tagung fand auch noch ein interessantes Exkursionsprogramm statt mit Besichtigung von zwei Damwildbetrieben. Regina Siller bewirtschaftet im Nebenerwerb den Burglerhof mit 30 bis 40 Stück Damwild in exponierter Lage im Weiler Kreith in Mutters auf 1.000 Meter Seehöhe. Beruflich arbeitet sie als Personalmanagerin.
Das Wildgatter umfasst drei Hektar und ist in zwei Koppeln mit jeweiliger Fütterung zu unterteilt. Die Fleischvermarktung findet Abhof statt.